Nach fast anderthalb Jahren in der Restaurierungswerkstatt von Helena Kretzschmar ist der vor Borkum gefundene Anker fertig restauriert. Der eiserne Anker musste zunächst lange Zeit in ionisiertem Wasser entsalzt werden. Danach wurden die im Meerwasser an dem Eisen fest korrodierten Anhaftungen entfernt und schließlich wurde der Anker mit einem schützenden Überzug versehen.
In der Zwischenzeit sind die Untersuchungen an den Metallen fortgeschritten. Bei DeltaSigma in Magdeburg erfolgten die Untersuchungen zum Schichtaufbau der Metalle. Von hier wurde uns bestätigt, dass es sich um altes, vermutlich von Hand geschmiedetes Eisen mit einem geringen Kohlenstoffgehalt handelt! Hierbei wurden durch Feuerverschweißen variierender Metalllagen im Schmiedefeuer aufeinander geschweißt. Die vorliegenden Ergebnisse deuten darauf, dass der Anker vor der Zeit der Industrialisierung hergestellt wurde.
In einem Mannheimer Fachlabor fanden gleichzeitig Untersuchungen zur Alterstellung anhand der im Eisen eingebetteten Schlacken statt. Ein erstes Ergebnis deutet ein Alter des Ankers in das 14. Jahrhundert.
Zwar ist der Anker nun nicht ganz so alt wie zunächst gedacht, aber alles in allem sind das sehr schöne Ergebnisse zu einer sonst eher unbeachteten archäologischen Fundgattung. Es bleibt leider unbeantwortet, ob er Anker Teil eines Schiffwracks, oder ein verlorenes Stück maritimer Seefahrtsgeschichte ist.
Bildnachweis:
Helena Kretzschmar und Dr. Jan F. Kegler zeigen den Anker (Foto: Ostfriesische Landschaft).




