Am 02.04.2026 traf sich die Arbeitsgruppe zur Erforschung der Textilen Ausrüstung der Moorleiche „Mann von Bernuthsfeld“ an der Fundstelle im Moor bei Hogehahn und im NIhK zu einer ersten Arbeitsbesprechung und einem Kick-Off zum Projekt. Die Expertinnen und Experten diskutierten über die Vorgehensweise bei der Untersuchung der einzigartigen, mittelalterlichen Textilien. Die Moorleiche wurde 1907 von zwei Torfstechern gefunden und gelangte in die Sammlung von 1820 Die Kunst. Einzigartig ist, dass nicht nur die sterblichen Überreste erhalten sind, sondern die vollständige Kleidung, bestehend aus einer Art Tunika, einem Mantel, einem Tuch und Wickelgamaschen aus Wolltuchen entdeckt wurden. Allerdings sind bisher nur einzelne Voruntersuchungen an den Textilien durchgeführt worden. Eine grundlegende Gesamtanalyse der Textilien steht aber seit Jahren noch aus.
Erste forensische Untersuchungen am Skelett erfolgten bereits in den letzten Jahren und liegen als Monographie bereits vor. Im – auf Initiative des Forschungsinstitutes der Ostfriesischen Landschaft verwirklichten – Projekt „Qualität und Nachhaltigkeit um 700 AD: Die Kleidung des Mannes von Bernuthsfeld“ sollen nun spezifische Untersuchungen zur Herstellungsweise und Herkunft der Textilien erfolgen. Hierzu arbeiten mehrere Institutionen zusammen, so das Niedersächsische Institut für historische Küstenforschung, unter deren Leitung das Projekt beantragt, bewilligt und durchgeführt wird, das Deutsche Textilmuseum in Krefeld, das Curt-Engelhorn-Zentrum für Archäometrie in Mannheim sowie das archäologische Forschungsinstitut der Ostfriesischen Landschaft.
Das Projekt wird durch eine Förderung im Rahmen des niedersächsischen Programms Pro*Niedersachsen des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur ermöglicht.
Nach Abschluss der Untersuchungen werden die Textilien in der Ausstellung “ REDBAD- der legendäre König “ ab September 2026 im Fries Museum in Leeuwarden gezeigt.
Bildnachweis:
Arbeitsgruppe zur Erforschung der Textilen Ausrüstung der Moorleiche „Mann von Bernuthsfeld“ (Foto: Ostfriesische Landschaft).




